Ausstellung der VVN-BdA
Neofaschismus in Deutschland

Was diese Ausstellung will

Neofaschisten marschierten am 29. Januar 2000 in Berlin vor dem " ."Brandenburger Tor gegen das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas

In der Bundesrepublik werden Menschen beschimpft, bedroht, zu Tode getreten oder bei lebendigem Leibe verbrannt, weil sie als Fremde oder Andersdenkende gehasst werden - über 100 Todesopfer hat die neofaschistische Gewalt seit 1990 bereits gefordert. Geht hier die jahrelange Saat von Alt- und Neofaschisten auf? Können diese Ereignisse mit denen aus der NS-Zeit verglichen werden? Haben die Ausbreitung rassistischen Denkens und die daraus erwachsene Gewalt heute ganz andere Gründe als damals?

Die Ausstellung will dazu beitragen, dass diese Bilder nicht auf Dauer zum deutschen Alltag gehören. Sie will über Ideologie und Praxis des Neofaschismus informieren. Sie will Ursachen für die Ausbreitung rassistischen, nationalistischen und militaristischen Denkens und Handelns benennen.

Immer offener treten Neofaschisten in der Öffentlichkeit auf, hier bei einem Aufmarsch gegen den Neubau der Bochumer Synagoge.

Die Begriffe "Rechtsradikalismus", "Rechtsextremismus" usw. unterstellen, dass es sich um eine politische Randerscheinung unter vielen handelt. Wir verwenden den Begriff "Neofaschismus", um deutlich zu machen, dass sich diese politische Bewegung weder in ihren Zielen noch in ihren Methoden und deren Auswirkungen ihrem Wesen nach von ihrem historischen Vorbild unterscheidet.

Am 14. Juni 2000 starb der Dessauer Alberto Adriano an den Folgen eines brutalen Überfalls. Er wurde in der Nacht des 11. Juni 2000 von drei Neonazis aus Wolfen und Bad Liebenwerda so schwer zusammengeschlagen und getreten, dass er nicht mehr aus dem Koma erwachte. Als Grund nannten die Täter Hass auf Ausländer.

In der Nacht zum 22. September 2000 beschmierten Unbekannte einen türkischen Gemüseladen im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg mit Parolen wie "SA-SS" und "Türken raus".

© VVN-BdA e. V. | Mit Unterstützung der IG Metall, des antifaschistischen Magazins "Der Rechte Rand" und ARUG Braunschweig